Der Lehrermangel ist seit Jahren Realität. Doch inzwischen fehlt nicht nur das Personal – es fehlen offenbar auch funktionierende Schulgebäude. Während Politiker über Bildungsqualität, Digitalisierung und Reformen debattieren, scheitert der Schulalltag an der banalsten Voraussetzung: einem Gebäude, in dem überhaupt vernünftig unterrichtet werden kann.

Der Fall der Schönberg-Mittelschule steht exemplarisch dafür: Unterrichtsausfall wegen einer defekten Heizung, Sportunterricht, der kaum noch stattfinden kann, jahrelange Baustellen und immer neue Zeitpläne. Das sind keine Luxusprobleme, sondern Versäumnisse bei einer der elementarsten Pflichtaufgaben einer Kommune.

Vielleicht wäre es an der Zeit, bestehende Strukturen zu hinterfragen. Muss eine Schule tatsächlich über ein eigenes Schwimmbad verfügen? Zentral organisierter Blockunterricht in gut ausgestatteten Schwimmanlagen könnte sinnvoller und wirtschaftlicher sein. Und warum nicht das Freibad in Aschaffenburg im Winter mit einer Traglufthalle überdachen? Die Stadt Offenbach zeigt, dass sich auf diese Weise zusätzliche Wasserflächen für Schulen und Vereine schaffen lassen. Kreative und bezahlbare Lösungen sollten im Mittelpunkt stehen.

Bildung braucht nicht nur gute Lehrkräfte, sondern auch eine verlässliche Infrastruktur. Wenn bereits diese Grundlagen ins Wanken geraten, ist das mehr als ein Bauproblem – es ist ein Alarmsignal für die kommunale Daseinsvorsorge.

Leserbrief veröffentlicht im August 2026 im Main-Echo.