Naturschutz muss Vorrang haben

Es ist kaum zu fassen, was sich aktuell auf der Exe in Schweinheim abspielt. Ein Gebiet, das sich vom ehemaligen Truppenübungsplatz zu einem echten Naturjuwel und beliebten Rückzugsort entwickelt hat, wird durch das rücksichtlose Verhalten einiger weniger aufs Spiel gesetzt. Gerade dieses Gelände steht sinnbildlich für gelungenen Naturschutz: seltene Wildpferde und eine Landschaft, die zur Ruhe einlädt.

Umso unverständlicher ist es, dass genau dort durch illegales Böllern, Müll und das Ignorieren klarer Regeln eine Situation entstanden ist, die nicht nur fassungslos macht, sondern ernsthafte Konsequenzen haben kann. Im schlimmsten Fall gerät sogar das gesamte Zucht- und Schutzprojekt ins Wanken. Dass ein solch wertvolles Vorhaben durch derart verantwortungsloses Verhalten gefährdet wird, macht sprachlos.

Offenbar ist vielen nicht bewusst, welchen Schatz wir hier direkt vor der Haustür haben. Es kann nicht sein, dass ein einzigartiges Natur- und Artenschutzprojekt an Ignoranz und Respektlosigkeit scheitert. Dazu gehört auch, unbequeme Entscheidungen zu treffen: Der Grillplatz in unmittelbarer Nähe muss hinterfragt und im Zweifel geschlossen werden. Naturschutz muss Vorrang haben – die Exe ist ein Ort der Erholung und sollte auch so behandelt werden.

Leserbrief veröffentlicht im Main-Echo am 02./03.04.2026

Teamfähigkeit und Geduld sind gefragt

Paukenschlag in Alzenau: Peter Bloett will sein Stadtratsmandat doch nicht antreten. Bei aller Diskussion sollte man eines klar sagen: Die Arbeit im Stadtrat ist ein Ehrenamt. Wer sich dort engagiert, investiert viel Zeit und Energie für die Stadt. Dafür verdient jeder Respekt. Persönliche Bedrohungen – erst recht gegenüber Familienmitgliedern – sind eine absolute Grenzüberschreitung und durch nichts zu rechtfertigen.

Gerade bei den Finanzen in Alzenau hätte ein kritischer Blick sicher nicht geschadet. In dieser Hinsicht hatte ich mir von Herrn Bloett tatsächlich mehr erhofft. Doch seine Auftritte – sowohl in sozialen Medien als auch bei öffentlichen Diskussionen – haben eher Zweifel als Vertrauen geweckt. Vielleicht ist er ein guter Anwalt, der gewohnt ist, im Gerichtssaal hart zu argumentieren. Kommunalpolitik ist aber kein Prozess, bei dem es um Sieg oder Niederlage geht.

Im Stadtrat braucht es Teamfähigkeit, Geduld und die Bereitschaft zum Kompromiss. Genau daran schien es zu fehlen. Wer dauerhaft auf Konfrontation setzt, passt nur schwer in ein Gremium, das von Zusammenarbeit lebt. Sitzungen müssen effizient bleiben und dürfen nicht durch endlose Grundsatzdebatten oder ständige Rückfragen bis tief in die Nacht ausufern. Am Ende muss ein Stadtrat arbeitsfähig bleiben. Vielleicht ist der Rückzug deshalb für alle Beteiligten die bessere Lösung: Bye bye Bloett.

Leserbrief veröffentlicht im Main-Echo am 24.03.2026

DANKE für 5.624 Stimmen!

Dank an alle, die mich bei der Stadtratswahl mit 5.624 Stimmen unterstützt haben! Auch wenn es dieses Mal noch nicht für einen Sitz gereicht hat, bin ich sehr dankbar für das große Vertrauen.

Besonders freut mich das starke Ergebnis in Nilkheim – im schönsten Stadtteil unserer Stadt konnten wir unser Ergebnis um 6,4 % verbessern. Das zeigt mir, dass unsere Arbeit vor Ort ankommt und viele Menschen unseren Weg unterstützen.

Staus mit verkehrslenkenden Maßnahmen reduzieren

Die Idee, die Bachgaubahn wieder zum Leben zu erwecken, klingt zunächst wunderbar: Pendler könnten entspannt an Staus vorbeifahren, Lärm und Abgase würden sinken, und ein moderner Batteriezug könnte nahezu geräuschlos, nur leicht elektronisch summend, am Schönbusch vorbeigleiten – emissionsfrei, komfortabel und begleitet vom Zwitschern der Vögel. Ein Zug, der wie aus der Zukunft wirkt und Pendlerträume weckt.

Doch die Realität sieht deutlich anders aus: Viele Gleise existieren gar nicht mehr – sie wurden abgebaut und müssten erst wieder neu verlegt werden. Das ist teuer und aufwendig. Eine Reaktivierung klingt einfach, doch wer genauer hinschaut, erkennt: Kosten und Nutzen stehen in keinem Verhältnis.

Der Ausbau der Darmstädter Straße/B26 auf vier Spuren wurde damals vorgenommen, um das kommende Verkehrsaufkommen über Jahrzehnte aufnehmen zu können. Gleichzeitig sollte der Ausbau langfristig Pendler und die Anwohner von Nilkheim entlasten. Hier fehlt es jedoch noch immer an gezielten verkehrslenkenden Maßnahmen zur Steuerung des Verkehrs von der Großostheimer Straße auf die B26.

Leider bleibt die Bachgaubahn ein Wunschtraum. Wer wirklich Staus, Lärm und Abgase reduzieren will, muss heute handeln – mit verkehrslenkenden Maßnahmen, statt alten Gleisen nostalgisch hinterherzutrauern.

Leserbrief veröffentlicht im Main Echo am 03.03.2026.

Unterführung zuschütten wäre ein Rückschritt

Herr Wöber, lassen Sie uns die Sache klar einordnen: Die Aussage, in Nilkheim fahre seit 20 Jahren kein Zug mehr, entspricht nicht der Realität. Wer sich vor Ort umhört, hört die Züge – und erlebt, dass der Güterverkehr Richtung Hafen zuletzt deutlich zugenommen hat. Gleichzeitig plant der Bayernhafen ein neues Terminal, das die Nutzung der Schiene weiter verstärken wird. Für viele Anwohner ist die steigende Belastung längst Realität.

Vor diesem Hintergrund wirkt die Idee, die Unterführung zuzuschütten und durch eine Schranke zu ersetzen, wie ein Rückschritt. Ein Blick nach Stockstadt am Main zeigt vielmehr, wohin die Reise geht: Dort wünschen sich viele Bürger eine Unterführung statt einer Bahnschranke. Ein ebenerdiger Übergang würde die Großostheimer Straße zusätzlich belasten und den Verkehrsfluss ausbremsen.

Umso wichtiger ist es, dass der Brückenneubau von Maßnahmen begleitet wird, die den Lkw-Verkehr konsequent aus Nilkheim heraushalten. Andernfalls droht nach der Ruhephase des Neubaus ein böses Erwachen, wenn die Höllentore öffnen und der Schwerlastverkehr ungebremst durch den Ort donnert.

Leserbrief veröffentlicht im Main Echo am 03.03.2026.

Frohsinnstraße Aschaffenburg: Einst Prachtmeile, heute „Sorgenkind“

Ich erinnere mich an Tage, da machte die Frohsinnstraße ihrem Namen alle Ehre: lebendig, einladend, voller Charakter. Heute schmerzt jeder Spaziergang. Doch der Verfall ist kein lokales Versagen, sondern Teil eines größeren Wandels. Ein Blick auf die Zeil in Frankfurt am Main zeigt, wie selbst einstige Vorzeigemeilen an Glanz verlieren, Traditionsgeschäfte verschwinden und Leerstand zunimmt.

Der Onlinehandel hat gesiegt; Bequemlichkeit zieht Kaufkraft aus den Innenstädten. Mehr Grün, Events oder niedrigere Mieten lindern Symptome, lösen aber nicht das Kernproblem: ein verändertes Konsumverhalten. Runde Tische, Konzepte, Förderprogramme – vieles wurde versucht, oft mit ernüchterndem Ergebnis. Es fehlt nicht an Ideen, sondern an realistischen Perspektiven.

Vielleicht ist es klüger, die Kräfte dort zu bündeln, wo noch Frequenz und Zukunftschancen bestehen: in der Herstallstraße und in der City Galerie Aschaffenburg. Diese Orte haben weiterhin Strahlkraft und Entwicklungspotenzial.

Die Frohsinnstraße muss sich wandeln dürfen: ein gemischtes Quartier mit Arztpraxen, Wohnungen und Dienstleistungen wäre kein Scheitern, sondern ein mutiger Neuanfang. Weniger Sentimentalität, mehr Pragmatismus – nur so entstehen aus Verlusten neue Perspektiven.

Leserbrief veröffentlicht im Main Echo am 23.02.2026.

Ein Meilenstein für Aschaffenburg

Tarek Al-Wazir bezeichnet den Übergang vom Schöntal zur City-Galerie als Symbol einer autolastigen Verkehrspolitik. Diese Sicht greift jedoch zu kurz und verkennt die historische Realität. Klar ist: Die City-Galerie ist ein Kind ihrer Zeit, aber sie wurde 1974 nach intensiven Stadtratsdebatten eröffnet, bei denen Verkehrsanbindung, ausreichender Parkraum und die Erreichbarkeit für Kunden aus der gesamten Region, sogar aus Hessen, zentrale Themen waren. Parkhaus und Zufahrten für Pkw waren keine ideologische Bevorzugung des Autoverkehrs, sondern notwendige Instrumente, um das Zentrum tragfähig zu machen.

Zudem belebte die City-Galerie die Innenstadt: Fußgängerzonen rund um die Herstallstraße entstanden erst nach ihrer Eröffnung, und das Zentrum zog über fünf Jahrzehnte Handel, Gastronomie und soziale Begegnungen an. Unterirdische Übergänge dienten weniger der Autopriorisierung als dem pragmatischen Schutz der Besucher. Wer den Übergang heute als Symbol autozentrierter Planung deutet, übersieht, dass die City-Galerie ein Meilenstein für Aschaffenburg ist und bis heute eine zentrale städtebauliche und gesellschaftliche Funktion erfüllt.

Leserbrief veröffentlich am 17.02.2026 im Main-Echo.

Weniger Chaos, mehr Klarheit

Experten sagen, Wahlplakate seien weiterhin ein wichtiges Instrument im Wahlkampf. Auch zur Kommunalwahl 2026 in Aschaffenburg sieht man sie an jeder Ecke – auf Laternenpfählen und Zäunen. Hinter jedem steckt viel ehrenamtlicher Einsatz: Parteimitglieder investieren ihre Freizeit, klettern auf Leitern, suchen den passenden Platz und kümmern sich um das Abnehmen. Ich spreche aus eigener Erfahrung. Dazu kommen Materialkosten, etwa für wetterfeste Plakate oder Befestigungsmaterial. Ganz schön viel Aufwand für ein Stück Pappe, das nur ein paar Wochen hängt.

Der Plakat-Dschungel in Aschaffenburg ist kaum noch zu übersehen – unkoordiniert und dicht gedrängt. Viele Ehrenamtliche würden ihre Zeit lieber anders nutzen: Bürger direkt ansprechen, bei Veranstaltungen helfen oder sich inhaltlich einbringen. Stattdessen bindet die Plakataktion Geld, Kraft und Material – und hinterlässt Müll.

Es wäre wünschenswert, wenn das Wildwest-Plakatieren bei der nächsten Wahl der Vergangenheit angehört. Zentrale Sammelwände in der Innenstadt und in den Stadtteilen könnten Ruhe ins Stadtbild bringen, Material sparen und die Umwelt schonen. Gleichzeitig behalten die Wähler den Überblick – alles an einem Ort, sortiert und sichtbar. Weniger Chaos, mehr Klarheit.

Leserbrief veröffentlich am 05.02.2026 im Main-Echo.

Der Neubau öffnet die Schleusen für den Schwerverkehr in Nilkheim

Die Nilkheimer Eisenbahnbrücke ist alt und sanierungsbedürftig – keine Frage. Aber sie hatte eine Funktion, die man heute schmerzlich vermissen wird: Sie wirkte wie ein Filter. Wer mit dem Lkw nicht durchpasste, fuhr gar nicht erst durch Nilkheim. Genau dieser unbeabsichtigte, aber wirksame Schutz fällt mit dem Neubau weg.

Schon jetzt schiebt sich der Verkehr auf der Großostheimer Straße Stoßstange an Stoßstange durch den Stadtteil. Zur Rushhour ist die Belastungsgrenze längst überschritten. Wenn künftig auch noch schwere Lastwagen problemlos unter der neuen Brücke hindurchrollen können, dann reden wir nicht mehr über Befürchtungen, sondern über eine sichere Entwicklung: mehr Lärm, mehr Abgase, mehr Gefahr – mitten in Nilkheim.

Besonders bitter ist das vor dem Hintergrund alter Versprechen. Beim Bürgerentscheid zum Ausbau der B26 wurde den Menschen in Nilkheim zugesichert, dass der Verkehr weniger wird, nicht mehr. Mit dem Brückenneubau droht nun genau das Gegenteil.

Der Neubau der Brücke darf deshalb kein reines Bauprojekt sein. Er muss der Startpunkt für eine echte Verkehrsberuhigung auf der Großostheimer Straße werden. Klare Lkw-Beschränkungen und der politische Wille, Anwohnerinteressen über Durchgangsverkehr zu stellen, sind überfällig.

Lesermeinung zum Artikel im Main-Echo: Ein Jahr Vollsperrung: Auf dieser Aschaffenburger Hauptverkehrsader wird es eng

Gezählt, belegt, gewonnen: Warum der ICE-Halt um 07.05 Uhr bleiben muss

Selten zeigte die Region so viel Geschlossenheit wie im Kampf um den ICE-Halt um 07.05 Uhr. Politik übte überparteilichen Druck aus – mit Erfolg. Der Zug, der verschwinden sollte, kehrt zurück. Die Euphorie darüber ist groß und spürbar. Als Frankfurt-Pendler begrüße ich diese Entscheidung ausdrücklich, denn diese Verbindung bedeutet Zeitgewinn, Planbarkeit und spürbare Entlastung.

Wichtig ist vor allem, dass Landrat Alexander Legler nicht nur jubelt, sondern handelt. Während viele noch von Freude getragen sind, hat er Fakten geschaffen. Seine Zählaktionen am Bahnsteig zeigten deutlich: Es steigen weit mehr Reisende ein als die von der Bahn genannten rund 40. Damit ist schwarz auf weiß belegt: Dieser Halt ist unverzichtbar. Ohne ihn heißt es früher raus, länger unterwegs sein, unsichere Anschlüsse riskieren.

Und auch der Regionalexpress nach Frankfurt zeigt das Problem deutlich. Aus eigener Erfahrung weiß ich: Schon heute ist er stark ausgelastet, oft bis an die Grenze. Sitzplätze sind Glückssache. Warum zur Stoßzeit keine längeren Züge mit mehr Wagen eingesetzt werden, bleibt unverständlich.

Die neuen Zahlen liefern ein starkes Argument. Jetzt gilt es, den Halt dauerhaft im nächsten und in den kommenden Fahrplänen zu verankern.

Lesermeinung zum Artikel im Main-Echo: ICE 1022: Von Landrat Alexander Legler initiierte Zählaktion am Aschaffenburger Hauptbahnhof liefert höhere Fahrgastzahlen als von der Bahn angenommen

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