
Die Stadt Aschaffenburg hat sich über Jahre an hohe Gewerbesteuereinnahmen gewöhnt. Umso größer ist jetzt die Verunsicherung, wenn plötzlich zehn Millionen Euro fehlen. Doch statt überrascht zu sein, sollte die Stadt diese Entwicklung als Weckruf verstehen. Gute Haushaltsführung zeigt sich nicht in Boomzeiten, sondern dann, wenn die Einnahmen sinken.
Man muss jetzt den Mut haben, Ausgaben ehrlich auf den Prüfstand zu stellen. Es kann nicht der Anspruch sein, jedes Vorhaben und jede freiwillige Leistung dauerhaft zu finanzieren, wenn die wichtigste Einnahmequelle schwächelt. Gerade die stetig steigenden Personalkosten machen deutlich, dass die Stadt Aschaffenburg ihre Prioritäten neu ordnen muss.
Eines sollte dabei jedoch ausgeschlossen sein: der einfache Weg über eine höhere Gewerbesteuer. Das würde Unternehmen zusätzlich belasten und den Wirtschaftsstandort schwächen. Die Stadt Aschaffenburg braucht jetzt keine höheren Steuern, sondern mehr Haushaltsdisziplin, klare Prioritäten und den Mut, auf manches zu verzichten. Nur so bleibt die Stadt auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten handlungsfähig.
Leserbrief veröffentlich im Juli 2026 im Main-Echo.








