Würzburg 2024: Ein Regenbogen-Übergang wird schwarz-rot-gold übermalt. Die Stadt stellt ihn wieder her – kurz darauf wird erneut übermalt. Bonn 2023: Deutschlandfarben auf dem Regenbogen-Zebrastreifen. Göttingen 2026: Schwarz-Rot-Gold auf der Regenbogentreppe. Arnsberg 2026: Auch dort wurde eine Regenbogentreppe wiederholt beschädigt und schließlich in Schwarz-Rot-Gold übermalt.

Und jetzt bei uns in Aschaffenburg. Dass es irgendwann auch mal die Regenbogenfarben auf der Willigisbrücke treffen könnte, war leider absehbar. Dass es nicht einmal eine Woche dauert, überrascht dann doch.

Doch jetzt droht das bekannte Katz-und-Maus-Spiel: Regenbogen wiederherstellen, erneut übermalen, wiederherstellen. Und wer zahlt am Ende? Die Allgemeinheit.

Viel interessanter ist die Frage: Warum polarisieren solche Symbole inzwischen derart? Und muss jede Provokation wirklich mit dem nächsten kostspieligen Anstrich beantwortet werden?

Sachbeschädigung im öffentlichen Raum ist ohnehin ein Fass ohne Boden. Man muss nur in die Unterführungen unweit der Willigisbrücke schauen: ständig neue Schmierereien.

Die Erfahrungen anderer Städte sollten eine Warnung sein: weniger Symbolkampf, mehr Pragmatismus. Denn Respekt und Akzeptanz entscheiden sich nicht daran, wie oft ein Regenbogen auf Asphalt nachgemalt wird.

Leserbrief veröffentlich im September 2026 im Main-Echo