
Man muss sich diese Zahl einmal auf der Zunge zergehen lassen: 500.000 Euro für rund 150 Meter Roßmarkt. Macht etwa 3.333 Euro pro Meter. Für dieses Geld wird die Straße allerdings nicht vergoldet – sie bekommt Poller.
Natürlich ist es ärgerlich, wenn Autofahrer Regeln ignorieren und eine Fußgängerzone als Abkürzung benutzen. Aber braucht es dagegen wirklich eine technische Anlage für eine halbe Million Euro? Gerade bei der angespannten Haushaltslage sollte die erste Frage lauten: Geht es nicht einfacher und deutlich günstiger?
Besonders verwundert mich, dass wir diese Diskussion nicht zum ersten Mal führen. Schon die Poller in der Frohsinnstraße waren wegen ihrer hohen Kosten politisch stark umstritten. Damals wurde intensiv darüber gestritten, ob Aufwand und Nutzen noch in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Und jetzt? Die nächste Polleranlage, die nächste hohe Rechnung. Hat man aus der damaligen Debatte nichts gelernt?
Dabei geht es mir gar nicht darum, Verkehrsberuhigung grundsätzlich infrage zu stellen. Es geht um Verhältnismäßigkeit. Eine Stadt mit knapper Kasse muss Prioritäten setzen und auch einmal sagen können: Das Problem besteht, aber diese Lösung ist uns schlicht zu teuer.
Eine halbe Million für 150 Meter? Mein Wunsch an die Stadt wäre deshalb ganz einfach: erst rechnen, dann pollern.
Leserbrief veröffentlicht im Main-Echo im September 2026.

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