Experten sagen, Wahlplakate seien weiterhin ein wichtiges Instrument im Wahlkampf. Auch zur Kommunalwahl 2026 in Aschaffenburg sieht man sie an jeder Ecke – auf Laternenpfählen und Zäunen. Hinter jedem steckt viel ehrenamtlicher Einsatz: Parteimitglieder investieren ihre Freizeit, klettern auf Leitern, suchen den passenden Platz und kümmern sich um das Abnehmen. Ich spreche aus eigener Erfahrung. Dazu kommen Materialkosten, etwa für wetterfeste Plakate oder Befestigungsmaterial. Ganz schön viel Aufwand für ein Stück Pappe, das nur ein paar Wochen hängt.

Der Plakat-Dschungel in Aschaffenburg ist kaum noch zu übersehen – unkoordiniert und dicht gedrängt. Viele Ehrenamtliche würden ihre Zeit lieber anders nutzen: Bürger direkt ansprechen, bei Veranstaltungen helfen oder sich inhaltlich einbringen. Stattdessen bindet die Plakataktion Geld, Kraft und Material – und hinterlässt Müll.

Es wäre wünschenswert, wenn das Wildwest-Plakatieren bei der nächsten Wahl der Vergangenheit angehört. Zentrale Sammelwände in der Innenstadt und in den Stadtteilen könnten Ruhe ins Stadtbild bringen, Material sparen und die Umwelt schonen. Gleichzeitig behalten die Wähler den Überblick – alles an einem Ort, sortiert und sichtbar. Weniger Chaos, mehr Klarheit.

Leserbrief veröffentlich am 05.02.2026 im Main-Echo.