



Die angekündigte Streichung des ICE-Halts um 7:05 Uhr in Aschaffenburg ist für viele Pendler ein herber Rückschlag. Nach dem Wegfall des früheren ICE um 6:33 Uhr bleibt nun nur noch die Verbindung um 7:33 Uhr – zu spät, um pünktlich in Frankfurt im Büro zu sein.
Als Pendler kann ich nur den Kopf schütteln. Der Regionalexpress um 7:19 Uhr ist schon heute regelmäßig überfüllt und verspätet. Ab Kahl stehen die Fahrgäste dicht gedrängt, und an ein entspanntes Ankommen ist längst nicht mehr zu denken. Wenn nun auch noch der ICE entfällt, wird die Situation endgültig unzumutbar.
Die Bahn begründet die Streichung mit einer „Vereinheitlichung“ des Systems. Das klingt modern, verbessert aber für Aschaffenburg rein gar nichts. Im Gegenteil: Der Standort verliert an Attraktivität, und viele Berufspendler werden wieder das Auto wählen – ein Bärendienst für die vielbeschworene Verkehrswende.
Es ist schwer nachvollziehbar, warum man funktionierende Verbindungen streicht, statt sie auszubauen. Stabilität entsteht nicht durch weniger Angebot, sondern durch verlässliche Planung.
Lesermeinung zitiert im Main-Echo am 10. November im Main-Echo.

Ich habe mir den Auweg selbst angesehen – jenen Abschnitt, über den seit 2022 beraten, gestritten und beschlossen wurde. Drei Jahre Diskussion, große Worte, teure Pläne. Und nun das Ergebnis: ein Fußweg mit kaum 1,40 Metern Breite, uneben durch Baumwurzeln, auf einem Stück nicht einmal asphaltiert. Eine wesentliche Verbesserung im Vergleich zu früher? Fehlanzeige.
Der Auweg ist nicht nur eine Straße; er verbindet die Stadtteile Leider und Nilkheim miteinander, und der Fußweg wird täglich genutzt. Ursprünglich war geplant, den Gehweg auf 2,5 Meter zu verbreitern – doch aus haushaltswirtschaftlichen Gründen wurde das gestrichen. Stattdessen richtete der Bauhof den alten Weg notdürftig her, und die Verwaltung erklärte das Provisorium nun als „ausreichend“.
Was als Erfolg präsentiert wird, ist also ein Minimalprogramm. Natürlich muss die Stadt sparen. Doch wer jahrelang Erwartungen schürt, sollte am Ende mehr liefern als einen halbwegs begehbaren Trampelpfad.
Wenn für solche Projekte kein Geld da ist, wäre Ehrlichkeit von Anfang an besser gewesen als dieser lange Zirkus. Am Ende bleibt ein Weg, der keiner ist – und das Gefühl, dass Stillstand in Aschaffenburg inzwischen als Fortschritt gilt.
Leserbrief veröffentlich am 04.11.2025 im Main-Echo.
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