Monat: März 2026

Teamfähigkeit und Geduld sind gefragt

Paukenschlag in Alzenau: Peter Bloett will sein Stadtratsmandat doch nicht antreten. Bei aller Diskussion sollte man eines klar sagen: Die Arbeit im Stadtrat ist ein Ehrenamt. Wer sich dort engagiert, investiert viel Zeit und Energie für die Stadt. Dafür verdient jeder Respekt. Persönliche Bedrohungen – erst recht gegenüber Familienmitgliedern – sind eine absolute Grenzüberschreitung und durch nichts zu rechtfertigen.

Gerade bei den Finanzen in Alzenau hätte ein kritischer Blick sicher nicht geschadet. In dieser Hinsicht hatte ich mir von Herrn Bloett tatsächlich mehr erhofft. Doch seine Auftritte – sowohl in sozialen Medien als auch bei öffentlichen Diskussionen – haben eher Zweifel als Vertrauen geweckt. Vielleicht ist er ein guter Anwalt, der gewohnt ist, im Gerichtssaal hart zu argumentieren. Kommunalpolitik ist aber kein Prozess, bei dem es um Sieg oder Niederlage geht.

Im Stadtrat braucht es Teamfähigkeit, Geduld und die Bereitschaft zum Kompromiss. Genau daran schien es zu fehlen. Wer dauerhaft auf Konfrontation setzt, passt nur schwer in ein Gremium, das von Zusammenarbeit lebt. Sitzungen müssen effizient bleiben und dürfen nicht durch endlose Grundsatzdebatten oder ständige Rückfragen bis tief in die Nacht ausufern. Am Ende muss ein Stadtrat arbeitsfähig bleiben. Vielleicht ist der Rückzug deshalb für alle Beteiligten die bessere Lösung: Bye bye Bloett.

Leserbrief veröffentlicht im Main-Echo am 24.03.2026

DANKE für 5.624 Stimmen!

Dank an alle, die mich bei der Stadtratswahl mit 5.624 Stimmen unterstützt haben! Auch wenn es dieses Mal noch nicht für einen Sitz gereicht hat, bin ich sehr dankbar für das große Vertrauen.

Besonders freut mich das starke Ergebnis in Nilkheim – im schönsten Stadtteil unserer Stadt konnten wir unser Ergebnis um 6,4 % verbessern. Das zeigt mir, dass unsere Arbeit vor Ort ankommt und viele Menschen unseren Weg unterstützen.

Staus mit verkehrslenkenden Maßnahmen reduzieren

Die Idee, die Bachgaubahn wieder zum Leben zu erwecken, klingt zunächst wunderbar: Pendler könnten entspannt an Staus vorbeifahren, Lärm und Abgase würden sinken, und ein moderner Batteriezug könnte nahezu geräuschlos, nur leicht elektronisch summend, am Schönbusch vorbeigleiten – emissionsfrei, komfortabel und begleitet vom Zwitschern der Vögel. Ein Zug, der wie aus der Zukunft wirkt und Pendlerträume weckt.

Doch die Realität sieht deutlich anders aus: Viele Gleise existieren gar nicht mehr – sie wurden abgebaut und müssten erst wieder neu verlegt werden. Das ist teuer und aufwendig. Eine Reaktivierung klingt einfach, doch wer genauer hinschaut, erkennt: Kosten und Nutzen stehen in keinem Verhältnis.

Der Ausbau der Darmstädter Straße/B26 auf vier Spuren wurde damals vorgenommen, um das kommende Verkehrsaufkommen über Jahrzehnte aufnehmen zu können. Gleichzeitig sollte der Ausbau langfristig Pendler und die Anwohner von Nilkheim entlasten. Hier fehlt es jedoch noch immer an gezielten verkehrslenkenden Maßnahmen zur Steuerung des Verkehrs von der Großostheimer Straße auf die B26.

Leider bleibt die Bachgaubahn ein Wunschtraum. Wer wirklich Staus, Lärm und Abgase reduzieren will, muss heute handeln – mit verkehrslenkenden Maßnahmen, statt alten Gleisen nostalgisch hinterherzutrauern.

Leserbrief veröffentlicht im Main Echo am 03.03.2026.

Unterführung zuschütten wäre ein Rückschritt

Herr Wöber, lassen Sie uns die Sache klar einordnen: Die Aussage, in Nilkheim fahre seit 20 Jahren kein Zug mehr, entspricht nicht der Realität. Wer sich vor Ort umhört, hört die Züge – und erlebt, dass der Güterverkehr Richtung Hafen zuletzt deutlich zugenommen hat. Gleichzeitig plant der Bayernhafen ein neues Terminal, das die Nutzung der Schiene weiter verstärken wird. Für viele Anwohner ist die steigende Belastung längst Realität.

Vor diesem Hintergrund wirkt die Idee, die Unterführung zuzuschütten und durch eine Schranke zu ersetzen, wie ein Rückschritt. Ein Blick nach Stockstadt am Main zeigt vielmehr, wohin die Reise geht: Dort wünschen sich viele Bürger eine Unterführung statt einer Bahnschranke. Ein ebenerdiger Übergang würde die Großostheimer Straße zusätzlich belasten und den Verkehrsfluss ausbremsen.

Umso wichtiger ist es, dass der Brückenneubau von Maßnahmen begleitet wird, die den Lkw-Verkehr konsequent aus Nilkheim heraushalten. Andernfalls droht nach der Ruhephase des Neubaus ein böses Erwachen, wenn die Höllentore öffnen und der Schwerlastverkehr ungebremst durch den Ort donnert.

Leserbrief veröffentlicht im Main Echo am 03.03.2026.