
Der ICE-Halt in Aschaffenburg muss bleiben. Darüber sollte es keine Diskussion geben. Unsere Region ist auf eine gute Fernverkehrsanbindung angewiesen – für Pendler, Unternehmen und Reisende.
Was mich jedoch wundert, ist die reflexhafte Ablehnung des italienischen Bahnanbieters Italo. Kaum taucht ein Wettbewerber der Deutschen Bahn auf, werden Untergangsszenarien an die Wand gemalt. Dabei hören wir seit Jahren Beschwerden über verspätete Züge, Ausfälle, hohe Preise und überfüllte Wagen.
Vielleicht sollten wir die Sache einmal anders betrachten: Wettbewerb kann auch eine Chance sein. In Italien hat Italo den Hochgeschwindigkeitsverkehr belebt und für mehr Auswahl gesorgt. Das Unternehmen steht dort für moderne Züge und einen hohen Komfortstandard.
Natürlich darf Aschaffenburg nicht zum Verlierer werden. Aber den neuen Anbieter schon vor dem ersten gefahrenen Kilometer schlechtzureden, hilft niemandem.
Wer bessere Bahnverbindungen will, sollte nicht nur über Konkurrenz sprechen, sondern auch über die Chancen, die sie mit sich bringt. Manchmal ist frischer Wind genau das, was ein festgefahrenes System braucht.
Leserbrief veröffentlich im Juli 2026 im Main-Echo.