Kategorie: Leserbriefe 2025 (Seite 3 von 3)

Slipanlage: »Reise nach Jerusalem«

Leserbrief zum Artikel »Standort ist für Slipstelle ungeeignet« vom 24.01.2025. Veröffentlicht im Main-Echo am 07.02.2025.

Nachdem ein Standort für die neue Slipanlage am Floßhafen scheinbar gefunden war, gerät das Vorhaben erneut in schwere See. Die Verwaltung dachte, eine kostengünstige und praktikable Lösung gefunden zu haben, doch nun tritt eine neue Interessengemeinschaft auf den Plan, und die Stadtpolitik sieht sich einem weiteren Konflikt gegenüber. Bereits 2022 wurde die Planung für den Standort an der Ebertbrücke in Leider nach heftigem Widerstand aufgegeben. Es wirkt, als ob die Stadtpolitik ein und dasselbe Spiel immer wieder spielt: „Reise nach Jerusalem“ – Standorte werden wie Stühle im Kreis getauscht, aber der Fortschritt bleibt aus.

Der Vorschlag von Thomas Daniel, die alte Slipstelle am Theoderichstor zu renovieren, erscheint zunächst vernünftig. Zwar ist er nicht ideal, aber die bestehende Infrastruktur könnte sinnvoll weitergenutzt werden. Angesichts der katastrophalen Finanzlage von Aschaffenburg könnte dieser Vorschlag sogar positiv bewertet werden. Doch dies würde gleichzeitig ein weiteres Planungsversagen durch die Blockade einzelner Akteure signalisieren.

Eine erneute Verzögerung würde nicht nur Aschaffenburgs Entwicklung behindern, sondern auch das Bild einer unentschlossenen Stadtpolitik verstärken.

Nicht geschehen außer Flickschusterei

Leserbrief zum Artikel „In der Berufsschule I bröckelt es an vielen Stellen“ vom 18.01.2025. Veröffentlicht im Main-Echo am 31.01.2025.

Tropfende Decken, Mäuse im Klassenzimmer, kalte Heizungen und kaputte Toiletten – die Zustände an der Berufsschule I in Aschaffenburg sind unhaltbar! Seit bald 20 Jahren wird über eine Sanierung gesprochen, doch außer Flickschusterei ist nichts geschehen. Wasserschäden und Mäuseprobleme bleiben ungelöst, und die veraltete EDV-Ausstattung verhindert eine moderne Ausbildung. Gerade im Handwerk, wo wir dringend Fachkräfte brauchen, wären zeitgemäße Räume unverzichtbar. Stattdessen bröckelt die Schule an allen Ecken.

In den 90er-Jahren habe ich selbst an der Berufsschule II eine kaufmännische Ausbildung gemacht. Damals war auch sie in einem schlechten Zustand. Doch 2021 wurde sie saniert – warum nicht auch die Berufsschule I? Offenbar hat man hier in Aschaffenburg jahrelang weggeschaut, anstatt rechtzeitig in die alternde Substanz aus den 60er-Jahren zu investieren. Heute bleibt nur noch, die Überreste zu verwalten.

Die finanziellen Mittel sind mittlerweile so begrenzt, dass eine Sanierung in weite Ferne gerückt ist. Es fühlt sich an, als habe man die Schule längst aufgegeben – und mit ihr die Zukunft ihrer Schüler.

Freizeitkapitäne in die Pflicht nehmen

Leserbrief zum Artikel „Bootseinlass“ vom 18.01.2025. Veröffentlicht im Main-Echo am 23.01.2025.

Mit der Entscheidung für den Standort am Floßhafen hat Aschaffenburg endlich ein jahrelanges Hin und Her beendet. Doch die Freude darüber wird durch einen bitteren Beigeschmack getrübt. Fachlich schneidet der Standort nur mäßig ab – Verlandung, hohe Unterhaltskosten und eingeschränkte technische Eignung stellen Herausforderungen dar. Das Ausbaggern, das bald ansteht, wird die Stadtkasse ordentlich belasten. Zur Finanzierung der Slipanlage und der Ausbaggerungen sollten dringend neue Einnahmequellen erschlossen werden. Eine Lösung: Freizeitkapitäne in die Pflicht nehmen. Ein kleiner Beitrag pro Slipvorgang könnte helfen. Dank moderner Technik lässt sich eine einfache Abrechnung sicher umsetzen. Ein QR-Code an der Slipanlage, der die bargeldlose Bezahlung per PayPal, Kreditkarte oder EC-Karte ermöglicht, wäre denkbar einfach. Nach erfolgreicher Zahlung erhält der Nutzer einen einmalig gültigen Zugangscode, der die Schranke zur Slipanlage öffnet. Das Prinzip: Wer slippt, zahlt. So wird die Stadtkasse geschont, und Freizeitspaß geht nicht auf Kosten der Allgemeinheit. Eine gerechtere Finanzierung könnte nicht einfacher sein.

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